Alter Bergbau in Bommern

Gemäß einem Bericht des Bergamtes Bochum von 1760 wurden die Abbaurechte aufgrund des königlichen Bergregals folgenden Zechen in Bommern neu verliehen: 

Um 1800 wurde eine weitere wichtige Transportverbindung geschaffen, die Kohlenstraße, die von Witten über Bommerholz ins Bergische Land führte. Im Jahre 1829 wurde eine der ersten Schienenbahnen im Ruhrgebiet, die Muttentalbahn, anlegen. Ihre Trasse führte über 6 km von der Kohlenniederlage Nachtigall das Muttental aufwärts bis nach Bommerholz zur Landstraße nach Elberfeld. Mit der Freigabe für den Güterverkehr der Bergisch-Märkischen Eisenbahnlinie 1848, die von Köln über Elberfeld-Schwelm-Hagen-Wetter-Witten-Annen und Barop nach Dortmund führte, und der Köln-Mindener Bahn, die ungefähr zur gleichen Zeit eröffnet und auch Oberhausen und Wanne mit Dortmund verband, verlor die Ruhrschifffahrt im Laufe der Jahre immer mehr an Bedeutung.

Nirgendwo im Ruhrgebiet können sich Bergbauinteressierte einen so umfassenden Überblick über die Anfänge des Ruhrbergbaus verschaffen, wie die Besucher des Muttentals und angrenzender Gebiete in Bommern und Herbede, da dieses Gebiet zu den frühesten bedeutenderen Bergbaubereichen an der Ruhr gehört.

Zunächst arbeitete man im Stollenbau. Um Herr der sich bald einstellenden Grubenwasserproblerne zu werden, wurden Erbstollen angelegt. Einer der heute noch bekannten ist der 1804 begonnene 3.300 m lange St. Johannes Erbstollen, dessen Wasser in der Nähe der Ruine Hardenstein in die Ruhr fließen.

In der Nachtigallmulde im Bereich des unteren Muttentales betätigten sich vor 1820 8 Gewerkschaften, darunter Braunschweig, Martha und Nachtigall. Da sich ein Abbau im Stollenbetrieb um diese Zeit hier nicht mehr lohnte, plante man die Einführung des Tiefbaus. 1832 konsolidierten die Zechen Eleonore, Nachtigall, Turteltaube Nordflügel, Auf Gott gewagt Nordflügel, Theresia, Braunschweig Nordflügel und Widerlage zur Gewerkschaft Vereinigte Nachtigall. Der erste Schacht, der abgeteuft wurde, war 1832 Neptun. Die Maschinenanlage für diesen Schacht lieferte Friedrich Harkort in Wetter. Zum Abtransport der Kohlen legte man 1834-1836 in Höhe der späteren Nachtigallbrücke noch heute im Gelände erkennbare Kohlenniederlagen an. Auch zur Ableitung der Grubenwasser wurde 1844 der zweite Schacht mit dem Namen Herkules abgeteuft, der dritte war Katharina.

Erste Änfange des Tiefbaus
Der Übergang vom Stollenbau zum Tiefbau

Der erste Höhepunkt der Kohleförderung wurde 1856-1858 mit über 90.000 t pro Jahr bei einer Belegschaftsstärke von 500 Mann erreicht. Nach Inbetriebnahme der Bergisch-Märkischen Eisenbahn auf der Wittener Seite errichtete die Zechengesellschaft die hölzerne Nachtigallbrücke, über die Kohle zum Wittener Güterbahnhof gebracht wurde. In den Folgejahren schwankten die Produktionen auf der Zeche Nachtigall, die Flöze erschöpften sich zusehends und die Schwierigkeiten mit der Wasserhaltung stiegen an. Um die entstandene Krise zu meistern, kam es 1883 zu einem Zusammenschluß mit der Hevener Zeche Helene unter der Bezeichnung Ver. Helene Nachtigall. Dennoch musste 1892 der Betrieb auf der Zeche Nachtigall eingestellt werden. Als älteste noch erhaltene Tiefbauzeche Westfalens, vorhanden sind noch das aus Bruchsteinen errichtete Schachtgebäude Neptun und der viereckige Wetterschornstein, ist die Zeche Nachtigall heute Außenstelle des Westfälischen Industriemuseums in Dortmund. In der Nähe der Zeche Nachtigall liegt im Muttental das bereits erwähnte zwischen 1814 und 1830 erbaute Bethaus, das einzige noch erhaltene im Ruhrgebiet.

Die wohl ältesten Kleinzechen lagen im Bereich der Luisenglücker Mulde, darunter die Gewerkschaften Luischen, die ihrerseits schon ans den Gewerkschaften Gute Kauff und Altena hervorgegangen war, sowie die Gewerkschaften Neubommerbank, Stettin, Neuglück, Ankunft, Anklam, Muttental, St. Johannes, Rabener, Nelkental, Kleist, Hazard, Osterbank, Stralsund und Herberholz. Nach der Vereinigung einiger dieser Kleinzechen brachte man neben dem bereits vorhandenen Schacht Jupiter 1840 den Schacht Elisabeth nieder. 1853 konsolidierte die Gewerkschaft Luisenglück mit den Gewerkschaften Luisenglück ins Osten, Turteltaube Südflügel, Gute Kauff, Altena, Neubommerbank und Oberste Frielinghaus unter der Bezeichnung Ver. Luisenglück. 1872 betrug die Förderung 13.000 t, die Belegschaft belief sich 1875 auf 316 Mann. Nach jahrelangen erheblichen technischen Schwierigkeiten ersoff die Zeche 1885 und wurde stillgelegt. Nach dem Eingehen von Vereinigte Luisenglück arbeiteten im Bereich der Luisenglücker Mulde die 1849 gegründete Gewerkschaft Maximus bis 1905 und die in ihrer Nähe gelegene Gewerkschaft Ver. Hermann bis 1928.

Schon um 1800 haben zahlreiche Kleinbetriebe im Bereich der Bommerbänker Mulde, die sich unter dem Kernbereich des mittelalterlichen Dorfes Bommern erstreckt, Kohlen abgebaut, darunter die Gewerkschaften Bommerbänker Erbstollen, Helene Gertrud, Alt-Bommerbank, Cronenbank, Rosa, Tulipan, Jupiter, Glückstern im Osten, Saturn und Fortuna ins Osten. Nach einem Konsolidierungsplan von 1857 brachten folgende Kleinzechen 1862 ihre Anteile in die Gewerkschaft der Großzeche Ver. Bommerbänker Tiefbau ein: Tulipan, NeuTulipan, Pluto, Rosa, Cronenbank, Alte Bommerbank, Bommerbänker Erbstollen, Gideon, St. Georg, Speckbart, Vereinigte Cassian, Kurzes Ende, Fortuna ins Osten, Fortuna ins Westen, St. Johannes Erbstollen, Jupiter, Saturn, Glückstern und St. Gregorius. Diese größte Zeche Bommerns teufte 1873 einen Schacht ab und legte bei 127 m Tiefe die erste, bei 231 m die zweite und bei 281 m, der tiefsten Stelle der Mulde, die dritte Sohle an. 1882 betrug die Förderung 180.000 t, 1895 belief sich die Belegschaft auf über 600 Mann; die Zahl sank bis 1905 auf unter 300. 1904 wurde die Zeche durch die Gewerkschaft Mont Cenis in Herne übernommen, doch der Abstieg konnte nicht aufgehalten werden. 1906, nachdem durch einen Rohrbruch der Steigeleitung die Zeche unter Wasser kam, schloss die letzte Bommeraner Großzeche. Kleinzechen arbeiteten über diesen Zeitpunkt hinaus, verstärkt nach dem Zweiten Weltkrieg. Die letzte Zeche in Bommern, die Zeche Witten, wurde gegen Ende der 1960er Jahre geschlossen.

Im Hammertal war 1874 die Zeche Blankenburg angelegt worden. Die Gewerkschaft erwarb 1913 die Zeche der Gewerkschaft Ver. Hammerthal in Durchholz, die seit 1893 stillag. Der Betrieb wurde durch die Gewerkschaft Blankenburg wiedereröffnet. Beide Zechen sind 1925 stillgelegt worden. 1939 ist die Zeche Blankenburg an die Gewerkschaft Alte Haase in Sprockhövel verkauft worden. Der Wetterkamin von ca. 1855 der Zeche Blankenburg, vormals Vereinigte Geschwind, ist im Stadtteil Buchholz noch vorhanden.

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Saarland:

RAG-Pressemeldung zum Bergbau im Saarland

und die Ansichten der Bergbaugegber